Ein Leben ohne Gesetz und Ordnung scheint den Zeitgeist einzuholen, Anomie statt traditioneller Gesellschaft. Da lese ich über Michel Friedman: „Ich möchte nicht nach Geboten und Verboten leben, die irgendwelche Menschen aufgeschrieben haben.“ So der promovierte Jurist. Da frage ich mich, welche Bedeutung das von Menschenhand geschriebene Bürgerliche Gesetzbuch, das Grundgesetz oder andere Gesetzeswerke heute noch haben? Und für wen gelten sie überhaupt?
Mit dem Glauben hat es der ehemals stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland und ehemalige Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses auch nicht so, Zitat: „Ich habe an Gott nie geglaubt.“ Aha, erkenne ich jetzt, was ich immer schon ahnte? Wie konnte so ein Ungläubiger in den Vorstand der Christlich Demokratischen Union, kurz CDU gelangen? [Hoppla: Seit sich immer mehr FDPler als Christdemokraten outen //Capital 09// geht’s mit den Freien Demokraten rapide bergauf: Sie liegen aktuell bei 5% //Tagesschau Deutschlandtrend vom 19.08.//]
Noch einmal Dr. Friedman: „Ich kann nicht gehorchen.“ Da denke ich sofort an den Filmklassiker mit Charles Bronson „Das Gesetz bin ich“, über den Marie Anderson schreibt: „Die Geschichte eines Mannes mit bewegter Vergangenheit und aufrichtigem Charakter, den widrige Umstände vom Beginn eines ruhigen, guten Lebens abhalten, die ihn noch einmal zu einem existenziellen Kampf herausfordern.“
Jeder mag seinen Kampf kämpfen, wie er will. Aber aufgepasst: Niemand sollte ungeprüft Ideen und Vorstellungen übernehmen, die uns selbsternannte Zeitgeistmacher permanent in irgendwelchen Talkshows vorbeten.
Und da gleich Freitagabend ist: שַׁבָּת שָׁלוֹם Herr Friedman!
Das Interview mit Michel Friedman ist im August bei chrismon.de erschienen.